Weimarer Republik 1918-1933
Landtagswahlen
Coburg


Ergebnisse in Prozent
  KPD USPD SPD DDP DNVP Bürger VB WBT Ungültig %
09.02.1919 - - 58,6 41,4 - - - . .
07.11.1920 - 7,4 32,7 27,0 32,8 - - 57,2 1,5
06.04.1924 4,5 - 35,8 - 21,7 0,4 37,6 78,4 2,0

1919: Wahl zur Landesversammlung von Coburg
1920-1924 Wahlen zum bayerischen Landtag im Wahlkreis Coburg

-SPD: 1920 Sozialdemokratische (Mehrheits-)partei; 1924 Vereinigte SPD
-DDP: 1919 Bürgerliche Einheitsliste (DDP, CB, DNVP); 1924 Deutscher Block (gemeinsamer Wahlvorschlag DDP-Deutscher Bauernbund)
-DNVP: 1920 gemeinsamer Wahlvorschlag BMittP, CB, DVP; 1924 Vereinigte Heimattreue Coburger (gemeinsame Liste von Bayerischer Mittelpartei (DNVP in Bayern), BVP, DVP, DDP und Landbund in Coburg)
-Bürger: 1924 BGK

Mandatsverteilung
  SPD DDP DNVP CB VB Insgesamt
09.02.1919 7 3 0 1 - 11
16.12.1919 2 1 - - - 3
07.11.1920 1 1 1 - - 3
06.04.1924 1 - - - 1 2

1919/I: Landesversammlung von Coburg
1919/II: Mandate im Volksrat für Thüringen
1920-1924: Mandate für den Wahlkreis Coburg im bayerischen Landtag

Ergebnisse in Stimmen
  KPD USPD SPD DDP DNVP Bürger VB Berechtigt Abgegeben Gültig Ungültig
09.02.1919 - - 20803 14722 - - - . . 35525 .
07.11.1920 - 1914 8429 6958 8442 - - 45670 26124 25743 381
06.04.1924 1697 - 13518 - 8168 145 14188 49075 38490 37716 774

Erläuterungen
Coburg war bis 1918 durch den Herzog von Sachsen-Coburg-Gotha als Staatsoberhaupt mit Gotha verbunden. Nach dem Ende der Monarchie fanden in Coburg und Gotha getrennt Wahlen zu den Landesversammlungen statt. Diese tagten vom 31.3.1919 bis zum 16.4.1919 gemeinsam als Gemeinschaftliche Landesversammlung. Weitere gemeinschaftliche parlamentarische Aktivitäten gab es nicht. Im Zuge der Einigungsbemühungen der thüringischen Länder gingen die beiden Gebiete verschiedene Wege. Während Gotha gemeinsam mit den anderen thüringischen Ländern ab dem 1.5.1920 das Land Thüringen bildete, schloss sich Coburg zum 1.6.1920 dem Freistaat Bayern an. Coburg war zunächst noch im Volksrat von Thüringen, dem provisorischen Legislativorgan für das neu zu bildende Land, bis zum Zeitpunkt unmittelbar vor der Bildung des Landes Thüringen, also bis zum 30.4.1920, vertreten. Die Mandate dort wurden durch Verhältniswahl in der Coburger Landesversammlung vergeben. Für die Wahlen zum Bayerischen Landtag bestand Coburg 1920 und 1924 als eigener Wahlkreis. Danach war das Gebiet Coburg Teil des Wahlkreises Oberfranken.

Abkürzungsverzeichnis der nur in Bayern kandidierenden Listen
CB: Coburger Bauernverein
VB: Völkischer Block
DNVP: 1924 Vereinigte Heimattreue Coburger

Quellen
1919 (Landesversammlung): Coburger Regierungs-Blatt 1919/16 vom 19.2.1919. S.135f.
1919 (Volksrat): Verhandlungen des Volksrates von Thüringen. Drs. Nr. 1, S.1ff. 1920: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.) 1921: Statistisches Jahrbuch für den Freistaat Bayern 1921. 15. Jahrgang. München: J. Lindauersche Universitätsbuchhandlung (Schöpping). S.518-530.
1924: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.) 1924: Die Wahlen zum Bayerischen Landtag im Jahre 1924; in: Zeitschrift des Bayerischen Statistischen Landesamts. 56. Jahrgang/Nr. 3 und 4. S.221-293.
1928: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.) 1928: Die Wahl zum Bayerischen Landtag am 20. Mai 1928; in: Zeitschrift des Bayerischen Statistischen Landesamts. 60. Jahrgang/Nr. 4. S.478-579.
1932: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.) 1932: Die Landtagswahl am 24. April 1932; in: Zeitschrift des Bayerischen Statistischen Landesamts. 64. Jahrgang/Nr. 4. S.357-424.

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Zuletzt aktualisiert: 23.07.2015
Valentin Schröder
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